A Quote by Ken Wilber

Wir nannten das, was Treya suchte, schließlich ihren daimon - in der klassichen griechischen Mythologie (lat. daemon) der Ausdruck für die innere Gottheit, den leitenden Geist eines Menschen, man könnte auch sagen seine Schutzgottheit, sein Genius. Der daimon oder genius eines Menschen ist auch sein Schicksal, genauer: der Zuteiler seins geschicks. Treya hatte ihr Schicksal, ihren Genius, ihre Bestimmung, ihren Daimon noch nicht gefunden, nicht in seiner endgültigen Gestalt jedenfalls. Ich sollte ein Teil ihres Schicksals sein, allerdings nicht ganz in der zentralen Stellung, wie Treya meinte, eher als eine Art Katalysator. Letztlich war ihr Daimon natürlich ihr eigenes höheres Selbst, das bald anfangen würde, sich zu äußern, und zwar in der Kunst. .... Aber mit dem Daimon hat es eine seltsame furchtbare Bewandtnis: Achtet man ihn und folgt ihm, dann ist er wirklcih der Geist, der einen leitet. Erkennt man ihn jedoch und folgt ihm nicht, dann wird aus dem Daimon ein Dämon, ein böser Geist - göttliche Energie und Begabung werden zu selbstzerstörerischem Handeln. So sagen etwa die christlichen Mystiker, daß die Flammen der Hölle nur die abglehnte Liebe Gottes sind, zu Dämonen gewordene Engel.

Ken Wilber

Source: Mut Und Gnade, Pages: 76.77

Contributed by: Christian